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Gotzinger Platz:

 

      

Schulen und Umfeld

 

    

Kirche St.Korbinian und Umfeld

 

 

Die parkähnliche, rechteckige Grünanlage des Gotzinger Platzes in München-Sendling wird von drei Seiten von einheitlichen, innerhalb einer Stilepoche errichteten Bauten eingerahmt;

 

   Das barockisierende, H-förmige Schulgebäude von Hans Grässel, bez. 1906, das von einem freistehenden Turm mit doppelzwiebeliger Haube überragt wird;
die beiden Giebelseiten begrenzen den Gotzinger Platz nach Süden hin.
Das Schulgebäude wird heute von der Grund- und Hauptschule (östlicher Teil) sowie von der Maria-Probst Realschule (westlicher Teil) genutzt.

 

   Die neubarocke kath. Pfarrkirche St. Korbinian von Hermann Buchert (Pläne von 1916, wegen Krieg erst 1924 begonnen und in 1926 geweiht),
charakterisiert durch eine markante Fassadenbildung (Motive des Salzburger Doms - Fassadenspiegel) und von zwei mächtigen, viereckigen Türmen überragt.

 

   Die aus 5 Gebäuden bestehende, barockisierende Wohnanlage von Hans Steiner aus 1925/26 die sich L-förmig direkt an die Kirche anschließt und damit einen formalen Zusammenhang mit der Kirche suggerieren soll, sind für das Bauen in München der 1920er Jahre charakteristisch.

 

Das Ensemble Gotzinger Platz gehört (nach "Denkmäler in Bayern", Landeshauptstadt München, 3.Aufl. 1991) "zu den malerischen Plätzen des späten Historismus, die vom Münchner Stadtbauamt unter der Leitung Theodor Fischers auf der Grundlage des Stadterweiterungswettbewerbs von 1892/93 konzipiert wurden."

Dieser Platz zeigt "den stadtentwicklungsplanerischen und künstlerischen Kerngedanken des Henricischen Stadterweiterungsplans von 1893" gekennzeichnet "durch eine aufeinander abgestimmte Gruppierung öffentlicher Gebäude und anderer größerer Gebäudekomplexe - hier der Fruchthof - Gotzingerstraße 52/54, barockisierend, 1911 von Karl Stöhr."

Diese Bauten stehen bereits seit vielen Jahren unter Denkmalschutz; aufgrund ihrer stilistischen Geschlossenheit wurde diese Gesamtanlage (Bauten und Grünanlage) "Gotzinger Platz" sogar unter Ensembleschutz gestellt.

Der Begriff "Ensemble" beschreibt eine städtebauliche Situation, in der durch mehrere einzelne Gebäude, die nicht alle für sich Baudenkmäler sein müssen, eine Gesamtheit entstanden ist, die als ganzes von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung ist.
Entscheidend ist der optische Eindruck der Gesamtheit, also das ganzheitliche Erscheinungsbild. Der Schutzanspruch des Ensembles ist nicht geringer als der für Einzeldenkmäler, er zielt aber stärker und vorrangig auf das Erscheinungsbild, das die Bedeutung vermittelt und in seiner Anschaulichkeit zu bewahren ist (Gebeßler-Eberl, Schutz und Pflege von Baudenkmälern in der Bundesrepublik Deutschland, S. 280 ff.).

Das in einem Ensemblebereich gelegene Grundstück wird somit durch seine Einbettung in ein als geschichtliches Zeugnis erhaltenswürdiges Orts-, Platz- oder Straßenbild geprägt.
(Eberl-Martin-Petzet, BayDenkmSchG 5. Aufl., Art.1, Rdnr. 20, 52)

Denkmalpflege und Ortsbildpflege: nach BayDenkmSchG Erl. Art.1 Rdnr. 59

 

Bei der Denkmalpflege kommt es auf die Erhaltung der geschichtlichen Zeugnisse, also der historischen Bausubstanz an.

Ortsbildpflege bezweckt nicht nur die nach der Bayr.Bauordnung (BayBO) gebotene Fernhaltung von Verunstaltungen von dem Ortsbild, sondern darüber hinaus "die Gestaltung eines ansprechenden, das ästhetische Empfinden der Bürger angenehm berührenden Erscheinungsbildes der bebauten Teile des Gemeindegebietes."

Denkmalpflege heißt: "Beachtung von Plänen, Ergänzungen nach dem Vorbild vergleichbarer historischer baulicher Anlagen und jedenfalls unter Beachtung der Stil- und der Identifikationsmerkmale."

"Solche Gesichtspunkte der Übereinstimmung mit vorhandenen Baudenkmälern sollten auch bei der Beurteilung von Neubauvorhaben in der Nähe von Einzelbaudenkmälern und von Ensembles nach Art.6 I S.2 die entscheidende Rolle spielen."

 

Für Ensembles gelten dieselben Schutzbestimmungen wie für Einzelbaudenkmäler!
Ausgangspunkt ist auch hier der Gedanke, daß das DSchG die historische Bausubstanz schützen will; grundsätzlich ist bei den Ensembles die Erhaltung des optischen Eindrucks anzustreben.
(nach BayDenkmSchG Erl. Art.1, Rdnr. 61)

"Bei der Ergänzung von Ensembles wird in besonderem Maße auf Anpassung an die Dimension, den Charakter und die Merkmale des einzelnen Ensembles zu achten sein."

 

Zur Bebauung von Baulücken in einem Ensemble siehe Urteil des Bayer.obersten Landesgerichts vom 24.Oktober 1998 - 1 Z 309/87, in NVwZ-RR 1989, S. 461, Ablehnung eines Bauvorhabens aus Gründen des Denkmalschutzes.

Die geplante Einfügung einer Haupt-Moschee mit Islam-Zentrum auf der Ostseite des Gotzinger Platzes, direkt gegenüber dem Kirchenportal von St. Korbinian, so dass sich die beiden Kirchtürme und die beiden Minarette vis-a-vis gegenüberstehen, zwingt die einheimischen Bürger Sendlings und erst recht die Mitglieder der Pfarrei zu einer religiösen Konfrontation; es sieht so aus, als suche man diese Provokation.

Dieses Bauvorhaben wird von der ROSA-ROT-GRÜNEN-Stadtratsfraktion mit allen nur denkbaren verwaltungstechnischen Tricks unterstützt und gefördert, wobei der günstige Verkaufspreis einen wesentlichen Anteil daran hat.

Die osmanischen Stilelemente, z.B.

   die mit regelmäßigenOrnamenten versehene Fassade,

   die markante Kuppel (Höhe: 23,5m) und vor allem

   die beiden über 40m hohen Minarette (Dm ca. 3m),
die im oberen Teil nachts wie das Funkfeuer eines Fernsehturm beleuchtet sein sollen,

passen nicht in eine vom Barock tradierte Formensprache am Gotzinger Platz! - Hier wird gegen alle Vorschriften des Denkmalschutzes und des Ensemble-Schutzes verstoßen!
Das Ensemble Gotzinger Platz wird damit durch einen artfremden Baukörper verunstaltet.

Haupt-Moschee und Islam-Zentrum des türkischen Vereins DITIM sollen sollen auf einem rd. 1.200qm großen Grundstück errichtet werden; die Geschoßflächen betragen lt. DITIM-Broschüre vom Juli 2006 rd. 5.500qm, die Nutzflächen über 4.000qm. Weiterhin ist die Errichtung eines Wohnhauses (E + 6) für 22 Wohnungen mit 1.500qm Wohnfläche im Anschluß an den Moschee-Bau vorgesehen.
Die Gesamtkosten werden mit 10 - 12 Mio EUR angegeben; es wurden auch schon 15 Mio EUR genannt.

Diese Zahlen muss man wissen, wenn man hört, dass dieses Bauvorhaben von einem Verein mit nur 43 Mitgliedern (Familien) gestemmt werden soll.

Die Haupt-Moschee soll für 800 Personen ausgelegt werden, d.h. es soll hier ein überregionales Islam-Zentrum entstehen.

Zum Verständnis der Zusammenhänge ist folgendes wichtig:
Der Imam (türkisch Hodscha, Vorbeter) wie auch die für die Frauen vorgesehene Theologin sollen von "Diyanet" bezahlt werden, einer Religionsbehörde in Ankara, die 1923 gegründet wurde zur Entchristianisierung Kleinasiens.

 

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