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"Sendlinger Geschichte(n)"

Feuilletonistisch-nachdenklich, sophistisch-sarkastisch werden Gedanken, Assoziationen und andere Hinweise zur Geschichte Sendlings und der "restlichen Welt" vorgestellt: von akribisch bis kryptisch, von unscharf bis zur Überzeichnung! "Sendlinger Geschichte(n)" sind persönliche Auffassungen, Meinungen... sie sind damit nur (?) Denkanstöße.

Aber: aus Sendling!

 


 

Sendlinger Geschichte(n), den 28.04.2009
Warum pflegt man deutsche Opfer- und Schuldgefühle?

Schuldgefühle-Neuzüchtungsversuche in Sendling

 

Der Sendlinger Bürger und ‚freie Deutschlehrer’ für Migranten Leo Brux (Ex-SPD, jetzt GRÜNE / Münchner Ditim-Öffentlichkeitsarbeit / Mitglied im BA-6 / v.a.m.) ist seit Jahren bemüht, die Verbrechen der Nationalsozialisten vor 70, 60 Jahren ins Heute zu transportieren: er veranstaltet in Sendling Führungen zu Örtlichkeiten, wo einst jüdische Unschuldige geschädigt, verhaftet, verschleppt wurden.

Mit seinen Aktionen erinnert er die einheimischen deutschen Nachkriegsgenerationen an die jüdischen Opfer einstmals lebender nationalsozialistischer Verbrecher.

Gleichzeitig fordert er von der deutschen Münchner Bevölkerung ihr „Identitätsopfer“ gegenüber dem türkischen Islam.

Denn er verficht intensiv und offensiv die Ditib/Ditim-türkisch-islamischen Forderungen, am denkmalgeschützten Gotzinger Platz eine türkisch-islamische Zentralmoschee mit osmanischer Architektur, Kuppelbau und Minaretten aufzurichten!

 

Wer oder was ist ein Opfer? In den bewegten Debatten dieser Wochen ist immer wieder von Opfern die Rede. Wer sind die Opfer? Sind es beispielsweise malträtierte Passanten in der U-Bahn – oder die Entfesselten, die das Versagen von Religion, Elternhaus und eigener Kultur als Schuld auf eine/ihre Gesellschaft insgesamt abwälzen? Mag sein, dass beide Opfer sind, und es mag auch sein, dass beide Opfer bringen müssen, was das Menschenwürdigere wäre. Wir leben im Informationszeitalter, und jeder, dem es in seiner angestammten Heimat nicht mehr gefällt, kann sich problemlos über die Sitten und Gebräuche seines Ziellandes ins Bild setzen.

Befindet er dann, dass die archaischen oder futuristischen Zustände, wie er sie von zu Hause kennt, nicht in die neue Umgebung passen, dann sollte er sie nicht mitschleppen – wohlwissend, dass er als künftiger Neubürger einer aufnehmenden Gesellschaft ohnehin Opfer abverlangt.

Nun wird man in freiheitlichen, durch Kirchenstreit, Aufklärung und Säkularisation sowie Demokratie erzogenen (europäischen) Gesellschaften eine gewisse Bereitschaft zu Selbsthintansetzung erwarten können. Das aber kann und darf nicht bedeuten, dass alles Einheimische und Gewachsene durch Erlasse aus bunten Rathäusern und unsachgemäße Einmischung des Auslands entwürdigt und entwertet wird. Das demokratische Selbstbewusstsein des heutigen Deutschland ist unter beträchtlichen Opfern erkauft worden, hat aber immerhin auch zu einer gewissen Blüte von Freiheit und Toleranz geführt, wie man sie sich vielerorts in Ost, West oder Süd nur wünschen könnte.

Darf man, künftiger Generationen gedenkend, so etwas aufopfern?

Wo ist die Schmerzgrenze, wieviele Opfer können Gutmütigen, können toleranten Bürgern abverlangt werden?

 

Der Münchner Stadtteil Sendling soll, geht es nach dem Willen des Münchner Oberbürgermeisters Ude (SPD), den Multikultis im Münchner Stadtrat und der türkischen Religionsbehörde in Ankara geopfert werden, um ein „Integrationsmodell“ zu erfinden und zu forcieren, dessen Ausgang zudem ‚in den Sternen’ steht.

Aber würde es dann ein Ende haben mit der Einmischung der türkischen Staatsorgane, türkischer und deutscher ‚Religionsvorsteher’ in die deutsche gesellschaftliche, politische und religiöse Landschaft, oder werden wir uns weiterhin mit islamischen 'Postwurfpredigern' abfinden müssen, deren Sprache nicht einmal unser Verfassungsschutz versteht?

Mit anderen Worten: wie lange noch wollen wir auswärtigen Individuen oder Mächten (stillschweigend oder duldend) erlauben, die hierzulande bewährte Trennung von Kirche, Religion und Staat auszuhebeln?

Repräsentative Erhebungen haben kürzlich nachgewiesen: westliche, das heißt eine aufgeklärte, „vernünftige“ Religiosität, hat derzeit nur wenig zu tun mit geweihten Stätten und Kostümierten, die zumeist mittelmäßige Predigten halten.

Heimat und Brauchtum, Sprache und Dialekt bilden in der Gesellschaft den festeren Kitt. Es war deshalb wie eine höhnische Ohrfeige, die der U-Bahn-Schläger Sirkan dem entmündigten Münchner Publikum und damit, letztlich, den ignoranten volksfernen Rathaus-‚Politgrößen’ versetzte, indem er, schon inhaftiert, erklärte: alles, nur nicht zurück in die Türkei!

Die Frage stellt sich: wer war hier Opfer, ist Opfer, bringt Opfer? Wer fordert Opfer?

Oder: sind wir nicht schon alle Opfer?

Letzte Fragen: Wollen wir wirklich Opfer sein, wollen wir tatsächlich Opfer werden?

Wieder Opfer?

(Arbiter E.)

 

Informationen:

1) Leo Brux / Daniela Moisl-Faas, Führungen zum Thema ‚Leben in der Diktatur - Sendling 1933 bis 1945“ über sog. ‚Sendlinger Kulturschmiede’, und Initiative Historische Lernorte; erreichbar: Daiserstraße 22, Sendling-München; Tel. 089–74748520. Die Initiative Historische Lernorte ist auf Spurensuche (…) die Nationalsozialisten in Sendling und ihre jüdischen Opfer, Verfolgung und Mord, Anpassung und Widerstand, Bombenangriffe und Kriegszerstörungen, der Sendlinger Alltag in der Zeit der Diktatur sind Themen des Rundgangs. (Information eingetragen am 09.04.2009)

 

2) Leo Brux, geb. 1950 in München, seit 1969 in Sendling, Realschullehrer 1981-82, danach bis heute: freiberuflicher Deutschlehrer für Migranten; verh. mit Muslima; 1971-98 Parteimitglied SPD, seit 1998 Die GRÜNEN. Mitglied im BA 6 seit 2003; verschiedene Vereinsfunktionen. Aktiver Befürworter der türkisch-islamischen ditim-Zentralmoschee am Gotzinger Platz, Sendling; Funktionsausübung ditim-Öffentlichkeitsarbeit; ‚GRÜNEN-Rechercheur’ (!) für Kirchengemeinden.

 

3) Landeshauptstadt München, offiziell in www.muenchen.de

(…) in der Zeit um 1935 bekommt München als Geburtsort der NSDAP den zweifelhaften Ehrennamen "Hauptstadt der Bewegung". Durch großzügige Eingemeindungen vor allem im Westen (Pasing) steigt die Einwohnerzahl von 746.000 im Jahr 1936 auf 889.000 im Jahr 1943. (…) Die grauenvolle Bilanz des Hitlerkrieges sieht für München so aus: 22.346 Kriegsgefallene, 6.632 Bombentote, 300.000 Menschen sind obdachlos.“

 


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Sendlinger Geschichte(n), den 02.11.2008
Neuer Ministerpräsident Bayerns ist Horst Lorenz Seehofer (CSU), geboren in Ingolstadt. Seine politische Karriere startete er dort als CSU-Wahlkreis-Abgeordneter.
Die Ingolstädter „Pressestimme“ ist der ‚Donaukurier’, sie informiert die Region, macht Meinung. Bedenklich, wenn man ‚Donaukurier’-Berichte zum Thema ‚türkisch-islamische Moschee-Neubauten’ liest - für Ingolstadt, Sendling und anderswo!

‚Donaukurier’: Botschaften der ‚Hohen Pforte’...

 

Der einstige Ingolstädter Jesuitenschüler Abraham a Sancta Clara (02.07.1664 - 01.12.1709) *schreibt am Beginn seines Buches** ‚Judas, Der Ertz-Schelm’ über Judas Träume. Bekannt dafür, dass er als Prediger dem ‚Volk aufs Maul schaute’, gab er darin folgendes Beispiel für einen ‚natürlichen Traum’: „Es traumet manchem, er habe einen ernstlichen Befehl von dem türkischen Kaiser, unter Kopfverlieren, dass er alle Mauslöcher der ganzen Welt mit jetziger Treu und Redlichkeit solle zustopfen...“ ***

Könnten heutige Judasse vielleicht ähnlich träumen, wenn und wo auch immer Zeitgenossen, ‚orientalischen Großkopferten und deren Wesiren’ gleich, ‚System-Mauselöcher’ wittern... und sie als Judasse dann willfährig zur Stelle sein müssten oder könnten? Wobei zu fragen wäre: was sind dann heute vergleichbare „Mauselöcher“? Oder auch: wie verstopft man heutige „Mauselöcher“?
Auf die Idee einer „Mauselochverstopfung“ mit Zeitungspapier und Druckerschwärze einer Tageszeitung wie beispielsweise dem ‚Donaukurier’ könnte jedoch doch nur jemand kommen, der solcherart ‚Mauselöcher’ erkennen könnte. Oder der gar derartige Verstopfungsversuche schon einmal als erfolgreich hat erleben dürfen!

Der Großmufti von Istanbul, Mustafa Cagrici, hatte eine Delegation von Ingolstadt unter der Führung von Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU) im Vorfeld der Einweihung der Ingolstädter türkisch-islamischen DITIB-Moschee zu sich in die ‚T.C.Istanbul Müftülügü’ eingeladen, um sich für „diese Art der Toleranz und Verständnis der Ingolstädter“ zu bedanken. Als ihm die Ingolstädter Delegation in seinem Istanbuler Amtssitz ihre Aufwartung macht, hinterlässt der Großmufti - so der Berichterstatter im ‚Donaukurier’ - „keinen Zweifel an der ihm zustehenden Bedeutung.Hier, von diesem Gebäude aus, wurde über Jahrhunderte hinweg das Schicksal der moslemischen Welt bestimmt!’ Dann signiert er den Koran, der für die Moschee in Ingolstadt vorgesehen ist. (...) Das sind Aussagen, die nachdenklich machen. Hier sitzt ein Mann, der sich der Staatsgröße und Kulturmacht der Türkei bewusst ist. Der sich freut, dass es in Deutschland mit Ingolstadt eine Stadt gibt, in der der Bau der Moschee ohne Diskussionen und sonst üblicher Debatten möglich ist - für ihn längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Er freut sich darauf, zur Eröffnungsfeier der Ingolstädter Moschee nach Bayern kommen zu dürfen. ‚Inshallah - so Gott will’, lobt er den Allmächtigen...“*****

Abweisend-negierend reagierte der Großmufti bei einem Versuch des Ingolstädter Münsterpfarrers Isidor Vollnhals: der wollte die Bitte des zuvor von den Ingolstädtern besuchten Oberhauptes aller christlich-orthodoxen Kirchen, des Patriarchen Bartholomaios I. übermitteln, warum die türkische Staatsspitze seit 1994 auf rund 80 Bartholomaios-Bittbriefe keine Antwort gibt und warum ihm der türkische „Staat per Strafverfahren den Titel ‚Patriarch von Konstantinopel’ als Amtsanmaßung verbieten möchte.“*****

Ist es nur Zufall, dass der ‚Donaukurier’ in seinem Umfeld Bayern in der Vorbereitungszeit zur Ingolstädter Moschee-Einweihungsfeier ein besonders großes ‚Nagerloch’ in Sendling /München ausgemacht hat?
Dort nämlich wünschen sich geschichtsbewusste bayerische Bürger, dass eine schon vorhandene türkisch-islamische Moschee in Sendling bleiben möge, wo sie bereits ist - und nicht als Münchner Zentralmoschee einige hundert Meter weiter versetzt neu und ,repräsentativ’ gebaut werden soll - an dem für Bayern historisch einmaligen, denkmalgeschützten Gotzinger Platz - direkt gegenüber der katholischen Kirche St. Korbinian, benannt nach dem Namenspatron der Diözese München-Freising!
Ursprung der Legende um das Wappentier des Papstes Benedikt XVI, dem ‚dienenden Bären’...
Der Gotzinger Platz ist für viele Bayern aufgrund seiner Namensgebung, geschichtlichen Zuordnung und auch Bausubstanz das Symbol ihrer Identifizierung - mit dem Stadtviertel Sendling als auch dem Land Bayern!

Merkwürdigerweise sind nun aber diejenigen, die so denken, in den Augen des Ingolstädter ‚Donaukurier’ und seiner ‚rasenden Reporterin’ Constanze Mauermayer angegraute, ... den Austausch sachlicher Argumente (...) aus ideologischen Gründen kategorisch ablehnende, gnadenlos Attacken reitende, pöbelhafte Fundamentalisten“****.

Von den angeblichen 93.000 Lesern des ‚Donaukuriers’ wird angesichts solcher Tiraden manch einer noch einmal zur Titelseite zurückgeblättert haben, um sicher zu gehen, dass er gerade den ‚Donaukurier’ und nicht etwa einen ‚Türkischen Beobachter’ in der Hand hält. Zum Artikel über Sendling zurückgekehrt aber erfährt er dann, wie sehr sich bei der Sendlinger Bürgerversammlung der Münchner OB Ude selbst (zum Paulus-Jahr passend „mit Engelszungen“) und „Lokalmatador“ Leo Brux (BA-Mitglied, Partei der GRÜNEN, beide unterstützt vom weiblichen Sendlinger Himmelfahrtskirchenkommando) mit größter Hingabe bemüht hätten, den aufmüpfigen Sendlinger ‚Grautieren’ zu verdeutlichen, dass das Heil des Christentums einzig im Islam liege.

Im norditalienischen Friaul sagt man: „Es ist sinnlos, einen Esel zu unterrichten. Man vergeudet nur seine Zeit und langweilt das Tier.“
Ähnlich könnten der OB Ude und diejenigen, die bei seinem Fußvolk sich einreihen, empfunden haben, wenn es darum geht, den aus ihrer Sicht notorisch unbeglückbaren Sendlingern ein „X für ein U vorzumachen“!
Was aber die Weltfremdheit dieser ‚angegrauten Fundis’ angeht - die sich ja gottlob über kurz oder lang ‚biologisch’ selbst entsorgen dürften -, möchte die Weisheit des ‚Donaukurier’-Artikels ihnen weiterhelfen: denn in Sendling sei Multikulti doch schon längst Realität! Auf eine Moschee mit Koranschule, Imamwohnungen, Läden, Arzt- und Anwaltspraxen, Sauna, Teestuben, Straßencafé, Festsälen usw., kurz auf ein Ghetto -, komme es da doch längst nicht mehr an!

Das ist die ‚journalistische Realität des ‚Donaukurier’: „Türkische, italienische und griechische Geschäfte – sie finden sich [in Sendling], wohin man blickt.“
Das ist die ‚tatsächliche Realität der Sendlinger’: innerhalb eines sehr großzügig bemessenen Gevierts um den Gotzinger Platz (mit Ausnahme der nichtöffentlichen Großmarkthalle) gibt es nur etwa drei bis fünf italienische Geschäfte und Restaurants, griechische Geschäfte etwa ein bis zwei... Türkische Geschäfte und Restaurants aber gibt es allein in nächster Nachbarschaft - der vorderen Implerstraße, der untersten Oberländerstraße und dem Flachblock seitlich des Gotzinger Platzes - bereits schon zehn... - und dazu kommt noch eine ähnliche Anzahl im Umfeld des ums Eck befindlichen Brudermühl-Platzes!
Wie die Zukunftsentwicklung in Sendling nach dem Bau einer Zentralmoschee mit „Mini-Medina“ aussehen wird, dürfte damit jedermann klar sein! Wobei leider wahr ist: in Sendling hat es die im Bezirksausschuss und Rathaus herrschende rotgrüne Politklasse bereits weit auf dem zweifelhaften Wege geschafft, Sendling zum nahen Ableger des Münchner Bahnhofsviertels und Westends (Anmutung von Kreuzberg, Neukölln, Marxloh und Ottakring - wo türkisch-orientalische Elemente dominieren) zu bestimmen...

Das journalistische ‚Verkleistern eines Mauselochs’, welches der ‚Donaukurier’ mit seinem Bericht aus Sendling seinen angeblich 93.000 Lesern zumutet – unter denen sicherlich auch einige ‚eselsohrige Fundamentalisten’ doch nicht völlig fehlen werden -, mag in Ingolstadt verfangen, wo man die islamischen Moscheebauer bekanntlich ins Industriegebiet hinauskomplimentiert hat.
Auf Sendling passt die aufgezwungene Planung aber überhaupt nicht: da können Schnellschreiber und Schnellschreiberinnen noch so viele Fakten verdrehen wie sie wollen, um ihre erfundenen „Mauselöcher“ zu stopfen! Selbst wenn ihnen in ihren journalistischen Alpträumen angedroht werden würde, sie hätten „einen ernstlichen Befehl von dem türkischen Kaiser, unter Kopfverlieren, dass sie alle Mauslöcher der ganzen Welt mit jetziger Treu und Redlichkeit sollten zustopfen...“

 

Alle Bürgerinnen und Bürger, besonders aber die Leser des ‚Donaukurier’, seien erinnert an einen Aphorismus von Marie von Ebner-Eschenbach: „Ihr jubelt über die Macht der Presse - graut euch nie vor ihrer Tyrannei?“

(Arbiter E.)

 

 

Sendlinger Informationen:

*) Abraham a S. Clara, Abraham a Sancta Clara – Wikipedia
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie. Wechseln zu: Navigation, Suche. Abraham a Sancta
**) Abraham a S. Clara: ‚Judas der Ertz-Schelm’. Deutsche National-Litteratur, Histotisch ktritische Ausgabe, von. Joseph Kürschner, 40.Bd., ca. 1890, Hrsg. Felix Bobertag, Verlag W.Spemann, Berlin-Stuttgart:
***) ebenda: S.13, Geschichte vom Mauseloch
****) ‚Donaukurier-Artikel’ vom 15.07.2008: „Fundamentalistische Attacken in der Turnhalle Sendling“
*****) Bericht ;Donaukurier’ (04.04.2008), „Inshallah - so Gott will“ von Wolfgang Lichtenegger
******) Allegro Andante – Gedanken zum Zeitgeschehen » Nach der Reise in ...
Der Großmufti von Istanbul, Ohrenzeuge dieser Worte während einer Begegnung im Religionsamt, zeigte sich noch am übernächsten Tag beeindruckt, ... (blog)

 


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Sendlinger Geschichte(n), den 27.08.2008
‚HALLO München’-Berichte über Subversives  - aber Hallo!

 

Münchner verkommene politische Sitten

 

Selbst wenn man am Mittwoch, den 13.08., nicht viel Zeit zum Zeitungslesen hatte: dass es politisch in München brodelt, ist nicht mehr zu übersehen und ‚überlesen’...

 

I.  Verräterisches grünes Wahlplakat
Das Wahlplakat der Grünen-Amazone Margarete Bause, die für viele Sendlinger darauf aussieht wie’s ‚Liasl von der Putzkolonne’ in eine grüne Uniformbluse gesteckt, war wohl schon manchem unter freiem Himmel aufgefallen: jetzt erhielt es eine Würdigung - zum einen auf der Titelseite der Sendlinger Stadtteilzeitung HALLO MÜNCHEN vom 13.August 2008, dann weiter auf Seite zwei. Die Redaktion berichtete: „Das Plakat ist einem Werbeplakat der amerikanischen Rüstungsindustrie vom Zweiten Weltkrieg nachempfunden.“
Da kann man nur sagen: passt nirgendwo besser hin als nach München, wo man damals mit den Produkten der amerikanischen Rüstungsindustrie reichlich Bekanntschaft gemacht hat! Passend dann auch zum Wahlplakat die vom neuen Publikumsliebling Obama gepumpte Aussage in überdimensionierter Sprechblase: We Can Do It!“, wohl, damit’s ja keiner kapiert - verstehen doch weniger als 40% der Deutschen Englisch!
Man darf raten, in welchen „Schichten“ hier sich ‚die Wenigsten’ befinden...
Warum soll man auch die deutsche Muttersprache schätzen, wenn man die Einheimischen schon nicht mag? Wie man den Grünen die Aussage kolportiert „...je weniger deutsch Deutschland ist, desto besser!“  
Nicht auszudenken, was für einen Aufstand es beispielsweise in den USA gäbe, wollte dort irgendjemand mit so einem Plakat daherkommen!

 

II. Hässlichkeiten erträglich mit ‚Überhässlichem’?
Die Obersendlinger haben mit der Umgestaltung des Ratzingerplatzes durch die Aktion „Bestandsverpflanzung“ (hierbei wurden als „Aktion“ drei ehemalige Studentenbungalows aus dem Münchner Olympiadorf mitten auf den Ratzinger Platz gestellt) eine Art „Fun-Tschernobyl“ bekommen... mit „Konzerten“ einer Studenten-Band (vom August an bis in den Oktober mit „Antihelden“ und „Majmoon“). Auch darüber berichtet HALLO MÜNCHEN (Seite 5). Die Anwohner ertragen den Eingriff (als Angriff ?) mit Schicksalsergebenheit, ist doch angeblich „Kunst ja schön und gut, aber der Lärm ...“.
Aber seit Wilhelm Busch sollte auch OB Ude, der - so HALLO - das „Kunstprojekt sogar höchstpersönlich eröffnet hat“ bekannt sein, dass dieser bereits wusste: „Musik wird störend oft empfunden, zumal sie mit Geräusch verbunden!“
‚Otto Normalverbraucher’ sagt es in HALLO so: “Es ist ärgerlich, das war schon ziemlich laut!“ Außerdem versteht ein Otto Normalverbraucher laut HALLO offensichtlich nicht, was die Veranstalter erreichen wollen: “Kunst sieht für mich anders aus“.
Das Stadtteilblatt berichtet über die OB-Ude-geadelte Aktion weiter: „Student Robert Huber von ‚Bestandsverpflanzung’‚ erklärt das so: ’Wir wollen den Ratzinger Platz in den Fokus rücken’. Es soll gezeigt werden, dass der Ratzinger Platz nicht nur ein „hässlicher Platz“ ist, sondern, dass es außenrum ein belebtes Viertel gebe. Vor allem sollen die Anwohner motiviert werden, Ideen für den seit 20 Jahren brach liegenden Platz zu sammeln...“

 

Setzt sich hier ‚an der Basis’ OB Ude’s Art zum Kabarett durch - oder ist das nur eine zynische Art der Erzwingung von Bürgerbeteiligung durch aversive Reize?
Nun argwöhnt mancher, warum an den doch sehr schönen Gotzinger Platz in Untersendling mit Gewalt eine türkisch-islamische Moschee hingestellt werden soll, einen tiefsinnigen Grund der beabsichtigten dortigen Platzverschandelung: damit die Obersendlinger nicht gar so entsetzt über ihre „Studentenwürfel vom Ratzingerplatz“ sind!
Ober- und Untersendlinger sollten sich aber fragen, welche Münchner Stadtobere wem als Empfänger hierfür Steuergelder ausgehändigt haben...  man weiß ja: Kunst ist teuer!

 

III. Münchner ‚Einheimischenfeindlichkeit’

Auf der Leserbriefseite (Seite 3) von HALLO MÜNCHEN machte sich die Volksseele in Reaktion auf einen Artikel der Vorwoche, „Fremdenhass im MVG-Bus“, mehr als deutlich Luft. „Viele Teile der Bevölkerung haben genug von Multikulti“, heißt es in einer der besonneren Leser-Zuschriften. Es ist sehr zu hoffen, dass nicht nur gewisse Kreise diese Einsendungen sehr genau analysieren. Keinesfalls aber sollten die Münchner ‚Obrigkeiten’ diese Argumente mit der Bemerkung vom Tisch wischen, die Leserbriefschreiber hätten wohl die städtische Ausstellung „Echte Münchner“ nicht gesehen.
Der Begriff ‚Fremdenfeindlichkeit’ ist in seiner gegenwärtigen, willkürlichen und inflationären Verwendung infam, und das schon allein deswegen, weil er keinen griffigen Gegenbegriff hat.
Schaffen wir ihn uns also, benennen wir ihn mit dem Begriff ‚Einheimischenfeindlichkeit’.
Am Gotzinger Platz hat die Münchner Stadtpolitik mit ihrem ‚Kreuzbergkurs’ schon vor Jahren begonnen, diesen Begriff ‚Einheimischenfeindlichkeit’ vor seiner Benennung mit Leben zu erfüllen - aber nicht nur dort: man höre sich nur um in München!
Man merke auf - denn nach „8-plus-2-Udejahren“ wird München sich in Kernpunkten wohl nicht mehr wiedererkennen: in Sendling sorgt dafür auch getreulich eine ‚neue Bewegung’ im Sendlinger Bezirksausschuss!
Von der konnte man in der Süddeutschen Zeitung vom 13. August 2008, Seite 48, lesen: optisch hervorgehoben mit Umrahmung, in vier Textspalten.
Eigentlich kann man durch das, was da berichtet wurde, nur noch „politikverdrossener“ werden als man eh’ schon ist - so ist es zugegangen im demokratischen Bezirksausschuss! Da gab es ein ‚Verbalgewitter’, das sich entlud am Zorn des BA-Stellvertreters und Rechtsanwalts Ernst Dill (SPD) über eine Kritik am Moscheeprojekt, die oppositionelle politische Realisten der CSU vorgetragen hatten. Diesen Demokraten im Bezirksausschuss ist aber nicht nur ein Oppositions-Parteibuch, sondern nach Wahrnehmung der ‚Bürger für Sendling’ auch noch Bürgersinn zu Eigen!

 

Was nun aber jedermann wissen sollte: die Dinge liegen beileibe nicht so, wie die Überschriften der Süddeutschen Zeitung suggerieren, dass nämlich „bei der Diskussion des geänderten Bebauungsplans (sich) die Parteien eines äußerst aggressiven Tons bedienen“ (Untertitel) und dass stimmt (Titel):  „Moschee-Streit lässt die politischen Sitten verkommen.“
Die Meinung der ‚Bürger für Sendling’ ist vielmehr so, dass eine aus Amtsverwöhntheit selbstherrlich gewordene ‚neue Nomenklatura’ geistig das „Volk“ (den „Demos“) aus ihrem Begriff Demokratie gestrichen und den Moscheeschlamassel überhaupt erst angezettelt hat! Und dass hier die Sitten verkommen sind - nicht beim Volk, auf dessen Mitbeteiligung die ‚neue Nomenklatura’ gerne verzichtet.
Ohne Volk aber gibt es nur ‚Kratie’ - und das heißt schlicht und einfach: ‚Herrschaft’!

Arbiter E.

 

Sendlinger Informationen:

Zur Begriffsklärung der ‘alten’ Nomenklatura steht (Auszüge) bei Wikipedia, der freien Enzyklopädie:

Der Begriff Nomenklatura bezeichnete in sozialistischen Ländern zum einen ein Verzeichnis aller Führungspositionen in Partei, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Dieses Verzeichnis der Eliten im Staat war ein Instrument der langfristigen Personalplanung im Rahmen der für kommunistische Herrschaftssysteme typischen Kaderpolitik.[1] Andererseits bezeichnete der Begriff Nomenklatura auch die Gesamtheit der Personen, welche diese wichtigen Führungspositionen inne hatten, also die Eliten. Wie auch der Begriff Nomenklatur ist Nomenklatura lateinischen Ursprungs: Beide Begriffe stammen von nomenclatura (nomen = Name, calare = zusammenrufen) ab und bezeichnen ein Namensverzeichnis. Während Nomenklatur aber direkt dem Latein entlehnt ist und im Sprachgebrauch für Namens- und Begriffslisten aller Art verwendet wird, leitet sich Nomenklatura vom russischen номенклатура her. Im westdeutschen Sprachgebrauch wurde Nomenklatura ausschließlich im direkten oder übertragenen Sinne für Namensverzeichnisse parteipolitischer Kader verwendet. In der DDR war es ungebräuchlich.

Nomenklatura - die privilegierte Klasse: Die Begriffe „Nomenklatura“ (als Gesamtheit der Funktionäre) bzw. „Nomenklaturkader“ entstammen dem SED-Sprachgebrauch für Führungskräfte aller Art. Die Bezeichnung lässt darauf schließen, dass Führungs- und Einflusspositionen nur mit Personen besetzt wurden, die in der entsprechenden Nomenklatur als linientreu und parteiergeben gelistet waren. Derartige Privilegiertengruppen sind keine Erfindung des Kommunismus, gediehen aber in diesen Gesellschaftsformen besonders gut. Schon Leo Trotzki sprach 1930 im Asyl davon, dass es in Russland eine „neue Bourgeoisie“ gibt (in: „Die wirkliche Lage in Russland“ 1930), und der Montenegriner Milovan Djilas hat der Pervertierung des Gleichheitsgedankens im Jugoslawien Josip Broz Titos mit seinem Buch „Die Neue Klasse“ (deutsch 1958) ein Denkmal gesetzt. Nach dem Zusammenbruch der DDR wurde das ganze Ausmaß der neuen Klassengesellschaft und des kommunistischen Spitzelstaates deutlich, dieser fein verwobenen Mischung aus Privilegien und Angst, aus erkaufter und erzwungener Zustimmung. Der Untergang der sozialistischen Staaten Osteuropas war nicht zuletzt eine Folge dieses maßlosen Widerspruchs zwischen Ideologie und Wirklichkeit, von den auf Papier gewährten Grundrechten und subjektiver Ohnmacht des einfachen Bürgers. Als Folge dieser sozialistischen Klassengesellschaft erhielt der Begriff „Nomenklatura“ zunehmend auch einen bitteren, ablehnenden Unterton und stand dann für Apparatschik und Bonzenstaat. Seit Ende der kommunistischen Diktaturen beschränkt sich der Sprachgebrauch weitgehend auf diese Bedeutung. Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Nomenklatura

 


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Sendlinger Geschichte(n), den 07.07.2008
Moscheediskussion: Stadtmuseum versucht, sich rauszureden

 

Unter der Schirmherrschaft OB Udes ist in der Stadtpolitik kürzlich ‚eine weitere Schraube überdreht’ worden. Die Abbildung einer nicht vorhandenen, aber angeblich ‚typisch münchnerische’ Zentralmoschee auf den stadtweit anzutreffenden Plakaten des Stadtmuseums zum 850-jährigen-Ortsjubiläum lässt die Telefone am St. Jakobs-Platz nicht mehr still stehen (Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 5./6. 7. 2008, S. 53). Die Volksseele brodelt. Kurator Thomas Weidner, in Zugzwang geraten, reagiert auf Anfragen mit einem Antwortschreiben. Als „historisch bewanderter Mensch“ lässt er die Moscheegegner nun auch durch den SZ-Redakteur J. Käppner wissen, es sei doch alles schon einmal dagewesen. Schließlich hätten die Kuppeltürme der Frauenkirche im 19. Jh. als türkisch gegolten.
Ganz so einfach, lieber Herr Dr. Weidner, ist das aber nicht!
Im Jahre 1848 berichtete der Theologe D.F. Strauß in einem Brief folgendes aus einer Unterhaltung mit dem Münchner Orientalisten K.F. Neumann. Strauß: „Ich finde die Zwiebelform der Kirchturmdächer hier zu Land mongolisch; Neumann bestätigt es, sie sei buddhistisch.“ Heinrich Heine, der die „kühne Fülle von heiteren Kunsttempeln und edlen Palästen“ am München Ludwigs I., dem Isar-Athen, pries, empfand die Frauenkirche als bedrückend: „Wir sind ernst, aber nicht unmutig bei dem Anblick jenes barbarischen Doms, der sich noch immer in stiefelknechtlicher Gestalt über die ganze Stadt erhebt und die Schatten und Gespenster des Mittelalters in seinem Schoße verbirgt.“ Das Bild des Stiefelknechts – also eines Holzgestells, das man beim Ausziehen der Stiefel benutzte – bezieht sich hier auf den Umriss des Doms in der Seitenansicht, ‚barbarisch’ aber auf das Ganze, und also auch auf die Zwiebelhauben. Damit gemeint ist: nichthellenisch, nichtwestlich - von ‚türkisch’ aber sagt auch Heine nichts.
In der Tat kann ja an spitzhütige Minarette niemand gedacht haben, eher schon an Architekturformen, wie sie in Gegenden vorkommen, die sich den arabischen oder osmanischen Islamstaaten unterwarfen. Das tut auch Stefan Jakob Wimmer in seinem missionarischen Büchlein „Maschallah. Muslime in München“(auf dem Titelbild auch die Hauben des Münchner Frauendoms - ohne Kreuze, sondern mit Halbmonden!). Gleich anfangs schreibt er: „Einen ganz unvermutet auffälligen Bezug zu einer Moschee weist auch das Wahrzeichen Münchens, die Frauenkirche mit ihren beiden Türmen auf.“ Zum Beleg wird ein Holzschnitt von 1486 beigegeben, der die Jerusalemer Al-Aksa-Moschee zeigt. Diese steht aber der Frauenkirche schon insofern nicht besonders nahe, als sie eingeschossig und von achteckigem Grundriss ist. Auch trägt sie in dem alten Druck einen ‚Sahnetupfer’, der einer bairischen Zwiebelhaube ähnlicher sieht als der käseglockenartigen Kuppel der Al-Aksa. Das Gezeigte soll aber gar nicht die Moschee sein, sondern der Tempel Salomons, wie die Inschrift sagt: Christen und Juden hielten den Felsen im Innern des Baus für den Altar Abrahams.
Jerusalem dürfte trotzdem der Bezugspunkt für den Frauendom gewesen sein. In der dortigen Altstadt erheben sich eine ganze Reihe von Türmen heute gewöhnlich als Moscheen genutzter Kirchen, die bis in die Hauben direkt zu vergleichen sind (gleich mehrere in dem Bild auf S. 82/83 bei Humphrey – Vitebsky, Sacred Architecture [2005]). Das ergibt einen guten Sinn: zu vergleichen ist etwa die Nachbildung des Christusgrabes in Eichstätt. Man vergewisserte sich so der Teilhabe an der Heilsgeschichte.
Schon deswegen ist es als naiv anzusehen, wenn Wimmer über das Bild von 1486 sagt, der Künstler habe „die Moschee bewusst als Nachfolgebau des salomonischen Tempels ausweisen“ wollen. Denn erstens war ein römischer Jupitertempel der Nachfolgebau gewesen, und zum zweiten war den Christen die mohammedanische Besetzung des Heiligen Landes ‚ein Dorn im Auge’ (s.Kreuzzüge).
Woher also kommen die Zwiebelhauben? Sie sind älter als die Jerusalemer Kirchtürme! Sie sind als Form buddhistisch-mongolisch inspiriert, wie Strauß und Neumann ganz richtig sahen, Parallelen sind unschwer zu finden. Den Sinnzusammenhang ergeben die Mongoleneinfälle des mittleren 13. Jahrhunderts, über welche die Innerasiaten bis nach Schlesien und zur Adria, bis nach Kleinasien und Damaskus vordrangen: ‚die Welt’ erzitterte, doch gelang die Gegenwehr. In der epochalen Schlacht von Liegnitz 1241 zwangen Deutsche und Polen die Eindringlinge zur Heimreise. In der Folgezeit begann man, den Kirchtürmen Zwiebelhauben aufzusetzen: als Siegeszeichen und als Übel abwehrende Symbole! Die Türme der Frauenkirche sind also keine Verbeugung vor dem Islam, sondern selbstbewusst vorgetragene Zeichen eines wehrhaften Christentums. Und der von Wimmer genutzte Druck von 1486? In ihm zeigt der Künstler einen ersehnten Zustand: der Islam ist besiegt und an heiliger Stätte triumphiert die jüdisch-christliche Tradition!
Wimmer und Weidner: Setzen!

Arbiter E.

 


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Ein aktuelles Psychogramm

Deutsche und Türken bitten zum Ball

 

Vor einigen Jahren druckte die Bildzeitung einmal ein Gespräch ab, das sie, wenn die Erinnerung nicht trügt, mit Professor Üding, dem Inhaber des einst von Walter Jens innegehabten Lehrstuhls für Rhetorik an der Universität Tübingen geführt hatte. Thema war die Frage, warum sich das Bild, welches sich „die Welt“ vom heutigen Deutschen macht, so fad ausnimmt. Welches Bild? Mercedes und BMW und sonst was, in etwa „so mitreißend wie Schleiflackmöbel“. Was damals die Bildzeitung umgetrieben hatte, war dem Professor nicht erstaunlich: ein Volk, das keinen Stolz hat, leuchtet nicht!

 

Die heutigen Türken kennen dieses Problem nicht, und bei ihnen scheint manche deutsche Seele nun ihre Ersatzidentität zu finden. Denn so eine klebrige Geschmacklosigkeit, wie sie sich die streberhaft-’ranschmeißerische Münchner Abendzeitung (AZ) am Mittwoch, den 25.6.2008, leistete, ist wohl nur hierzulande möglich. Angefangen von der Titelseite waren die Balkenüberschriften im Heft großenteils zuerst auf Türkisch und dann auf Deutsch gedruckt! Hatte es vielleicht Entsprechendes gegeben, bevor wir uns gegen Kroatien blamiert oder gegen die Polen durchgesetzt haben? Natürlich nicht! Natürlich nicht?

 

Im Übereifer hat die AZ unlängst uns auch eine Übersetzung der türkischen Nationalhymne abgedruckt (28.6.2008). Der Text ist für eine Nation, die noch gar keine war und sich unter den „Schuttmassen“ des Osmanischen Reiches hervorarbeiten musste (vgl. dazu Aussagen des Intellektuellen Zülfü Livaneli im Feuilleton der SZ vom 17. Juni), nicht unverständlich - immerhin zeigt ja die türkische Flagge einen „abnehmenden“ Mond, und den im letzten Viertel.

Man stelle sich das allgemeine Geschrei vor, wenn in der deutschen Nationalhymne stünde:

„Schwarzrotgoldenes Banner, fürchte dich nicht,
dein Flattern in dieser Morgendämmerung kann nicht vergehen
solange das allerletzte Herdfeuer,
das in meiner Heimat brennt, nicht erloschen ist.
Lächle deinem heldenhaften Volk zu!
Unser vergossenes Blut wird dir sonst nicht zu eigen werden.“

Es sei darauf verzichtet, sich vorzustellen, wer wohl zuerst am Telefon hinge, um seiner Entrüstung über ein Wiederaufleben einer „Blut-und-Boden-Ideologie“ Luft zu machen.

Wurde nicht schon über die braven Schwyzer die Nase gerümpft, weil sie beim Deutschlandlied die - bestimmt nicht mit Fleiß falsch aufgefasste - erste Strophe davon gespielt haben..? (Tomi Burow von der Tagesschau hat diese Scharte dann Gott-sei-Dank wieder ausgewetzt.)

 

Wie kein anderes Land der Welt hat sich Deutschland dem kurzen, wenngleich düstersten Kapitel seiner im übrigen langen und doch ganz achtbaren Vergangenheit gestellt, aus Bösem gelernt und wieder Gutes getan.
Die Türkei hingegen denkt beeindruckenderweise überhaupt nicht daran, irgendwelche Verantwortung für den von Enver und Talaat organisierten Massenmord an den Armeniern zu übernehmen. (Zu den Badesachen stecken: Franz Werfel, Die vierzig Tage des Musa Dag, oder Heinrich Vierbücher, Armenien 1915. Die Abschlachtung eines Kulturvolkes [1949/2004]).

Hier drängt sich die Frage auf: darf ein EU-Anwärter sich so verhalten?

Selbst die Australier und die Kanadier, also indirekt das Britische Empire, haben sich kürzlich dazu durchgerungen, ihre jahrzehntelangen Verbrechen an den Einheimischen (Indigene Völker wie die Maoris oder Innuit) zuzugeben und sich bei ihnen zu entschuldigen... Oder will man unterstellen: diese früheren Herren hatten nicht das Stehvermögen, kommentarlos zur Tagesordnung überzugehen... trauten sie sich das nicht?

 

Im türkischen Tarsus hat nun im Paulus-Jahr die türkische Regierung christliche Begehungen einer von den Türken zum Museum umgewidmeten Kirche zugelassen – begrenzt auf die Zeitspanne eines Jahres! Als vor einiger Zeit die Türkei von einem heftigen Erdbeben erschüttert wurde und die Bundesrepublik eine Milliarde Euro (!) als Hilfe für die Opfer bereitstellte, wusste der türkische Premier Erdogan keinen passenderen Kommentar, als dass diese Summe für ein reiches Land wie Deutschland doch nur ein kläglicher Betrag sei. Nun hat die Türkei für Paulus, der den gewaltigen Schritt vom jüdischen Partikularismus zum Universalismus gewagt hatte und der für uns zu den geistigen Ahnen selbst politischer Gebilde wie der EU zählen darf, den christlichen Europäern gerade einmal 365 Jubiläumstage gestattet. (s.a. A. Badiou, Paulus. Die Begründung des Universalismus [2002])
Die islamischen Türken - die trau’n sich!

 

In Deutschland herrscht Glaubensfreiheit, und die wird auch von den hier lebenden Türken lautstark eingefordert. Die Feierlichkeiten in Tarsus dagegen gaben dem Sender B5 vor wenigen Tagen erst wieder Anlass darauf hinzuweisen, dass Christen sich auf solche Freiheit und humane Verfahrensweisen in der Türkei gar nicht erst einzurichten brauchen. Mit der Abschnürung der orthodox-christlichen Priesterausbildung durch den türkischen Staat wird dort offensichtlich „das fremde Übel“ an der Wurzel gepackt. Aber darum mag sich der Papst aus Marktl sorgen.
Das eigentliche Problem in unserem westlichen Verständnis ist, dass Islam und Kirche „zwei verschieden Ding’“ sind. Es handelt sich beim Islam um ein Agglomerat von Sekten und Gruppierungen, deren Anhänger bei passender Gelegenheit gegenseitig aufeinander einschlagen, es handelt sich, Goethes Worte etwas abgeleitet, um „eine Art religiösen Balkan“. Der Personenkult um die Imame reguliert die jeweilige Gemütslage. Die dem Ganzen zugrunde liegende Struktur ist demgemäß kaum zu kontrollieren. Wenn die diversen Gruppen bei uns in Europa weiterhin extern finanziell gefördert werden, der dürfte sich in fünfzig Jahren nicht wundert, wenn an jeder Straßenecke eine Moschee stünde.

 

Das Einzigartige der Lehre des Christentums ist, dass Christen glauben, dass Gott selbst (in Christus) sich unter die Menschen begeben und sein Wort verbreitet hat. Das Judentum und der Islam schalten „Zwischenträger“ ein, einmal Moses, andermal Mohammed. Letzterer übrigens gibt im Koran an, selbst nicht schreiben zu können, an den göttlichen Geheimnissen nicht teilzuhaben und kein heiliges Buch herbeischaffen zu können (Suren 6, 50; 17, 91 (89) – 95 (93); vgl. G. Widengren in F.F. Bruce – E.G. Rupp (Hrsg.), Holy Book and Holy Tradition [1968] 219 f.).
Solche Aussagen bewirken, dass der christliche Gott dem Menschen näher ist als die Gottesimagination der anderen monotheistischen Religionen, und mit Recht hat man die Fähigkeit des Christenglaubens, das Sakrale zu säkularisieren – also das Heilige auf die Ebene des Weltlichen zu holen – als eine seiner herausragenden Eigenschaften betont. So kam es auch, dass die starre Textgläubigkeit an Bedeutung einbüßte: die Renaissance erzwang die Möglichkeit, dass man in der Bibel forschen durfte, die Aufklärung des 18. Jahrhunderts aber die Freiheit, dass man über sie forschen durfte. „Technisch“ gesehen wurde die Bibel damit zu einem Buch wie jedes andere, dessen Inhalt, dessen Aussage untersucht werden kann; im 19. Jahrhundert kam man deswegen zum Schluss, dass die Evangelien keine authentischen Zeitzeugnisse sein könnten. Gleichzeitig verflog unter dem Eindruck des technischen Fortschritts die traditionelle Bildhaftigkeit, sich den „lieben Gott mit Rauschebart auf einer Wolke thronend inmitten jubelnder Engel“ vorzustellen. Lassen wir einmal entspannt beiseite, dass unsere Kirchen auf dieses Dilemma mancher Menschen bisher keine einmütige Antwort gefunden haben; wer jedoch hinter diese Position zurückgehen will, entscheidet sich aber für einen Rückmarsch ins Mittelalter. Wo gerade der Islam noch wartet - beklagte doch kürzlich die Muslim Student Association an der Universität Princeton/ USA in ihrer Hauspublikation (msa@princeton.edu), dass die muslimische Welt seit über 1000 Jahren nichts mehr zur den Wissenschaft beigetragen habe! Was soll man dazu sagen: dass man deswegen über’s Paradies umso besser Bescheid weiß... was dann zumindest eine gewisse Selbstgewissheit verleiht?

 

Der Gedanke, am Gotzinger Platz, wo zur Mittagszeit des nun überstandenen EM-deutsch-türkischen-Fußball-Kampftags einige johlende Türkenkinder mit „Scheiß-Deutschland“-Rufen zu vernehmen waren, eine für München zentrale Moschee hinzustellen, zeugt vom Verlust jeglichen Verhältnisses zum Schicklichen und zur freiheitlichen, vom Bürgertum getragenen Tradition! Der Zynismus im Münchner Rathaus von 2008 macht der Wortbrüchigkeit desselben von 1705 inzwischen schon Konkurrenz. Wann endlich wird sich ein Politiker oder ein Journalist finden, der für den Münchner Bürger einmal beleuchtet, was der Münchner OB Ude in der Türkei eigentlich so getrieben hat und treibt? Auch in der Türkei gilt die Regel „Von Nichts kommt Nichts“ - und deswegen ist die Frage offen: was treibt einen deutschen Großstadtbürgermeister bei den Spitzenpolitikern der türkischen Regierung aus und ein? Wie lässt sich dann ein Münchner Oberbürgermeister Ude in Pülümür (Anatolien) eine personenbezogene Institution, ein ‚Christian-Ude-Kulturzentrum’ widmen? Und à propos „Klinkenputzen am Bosporus“: Ist nicht Erdogans Partei derzeit wegen Islamisierung des Staats und Aushöhlung des Laizismusgebots in der Türkei vom Verbot durch das höchste staatliche türkische Gericht bedroht?
Merkwürdige Zustände für einen EU-Beitrittskandidaten, merkwürdige Zustände auch für München...

 

Der australische Premier Howard hat vor einiger Zeit deutliche Worte an die außer Rand und Band geratenden Muslime in seinem Land gerichtet, zusammengefasst:

Dies ist unser Land. Wem es hier nicht passt, der gehe nach Hause!

Hatte sich etwa ein journalistischer Schalk bei der AZ diese Einstellung zu Eigen gemacht, als er den Türken in diesen EM-Tagen per AZ-Schlagzeile zurief: „Güle, güle!“ Bei richtigem Gebrauch der türkischen Sprache jedenfalls wird diese Grußformel von jemandem verwendet, der bleibt, während der so Gegrüßte abzieht! Güle, güle: die Türkei ist ein geräumiges Land, der Islam ist bereits dort verbreitet, folglich auch keine Diskriminierung, die ja „im Kopf beginnt“.
Güle, Güle - der AZ-Gruß als Hinweis an die Münchner Multikulti-Riege im Münchner Stadtrat?

 

Zur Ausrundung der „Bürger für Sendling“ und geneigter Leser noch eine kleine Türkisch-Lektion: Hauptstadt des 71 Millionen-Volkes (Durchschnittsalter 27 Jahre) ist zwar Ankara, die bekannteste Stadt jedoch ist Istanbul, die Stadt Konstantins des Großen. Der Name Istanbul ist griechisch und kommt von στην πóλη (stim boli)= ‚in der Stadt’. Das I wird vorangestellt, da im Türkischen aufeinander folgende Konsonanten, also hier s und t, gern auf verschiedene Silben verteilt werden.

Bei der Eroberung der Stadt (1453) durch die Türken war wohl kein passender Name zur Hand...  Also: Sendling könnte nach diesen türkischen Lautregeln und nach Überwältigung irgendwann in der Zukunft Senedelineg heißen

Q.e.d.

 


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